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Hilfe für das Volk der Kara

Gesundheitsversorgung auch in den abgelegensten Flecken Äthiopiens

Hilfe für das Volk der Kara

25.04.2022 Von Sebastian Zausch

Wer zu den Kara möchte, muss sich auf eine turbulente Reise einstellen. Denn Straßen gibt es nicht, dort, wo sich der Omo-Fluss seinen Weg durch das Tal bahnt. Immer wieder kreuzt der unbefestigte Weg ausgetrocknete Flussbetten. Eine Schaufel zählt zur Standardausstattung der humedica-Fahrzeuge, falls man mal stecken bleibt und das kommt regelmäßig vor. Hilfe für die Kara ist ein Herzensprojekt für humedica.

Die Kara sind eine kleine ethnische Gruppe, welche am Fluss Omo im Süden Äthiopiens lebt. Das Omo-Tal ist Weltkulturerbe der UNESCO. Dort wurden hunderttausende Jahre alte Überreste der Urmenschen gefunden. Die Region wird deshalb auch als die Wiege der Menschheit bezeichnet.

Heute ist die Gegend im Grenzgebiet zu Südsudan, Uganda und Kenia sehr abgelegen und nur dünn besiedelt. Die Landschaft ist weit – viel Sand, Steine und hin und wieder kreuzt ein Affe den Weg. Am Omo liegen Krokodile in der Sonne und warten auf die nächste Beute. Die nächste Stadt und damit die nächste Klinik ist weit weg, Mehrere Stunden mit dem Auto oder Moped über Buckelpisten – oder mehrere Tage zu Fuß. Wer krank ist wünscht sich, diese Strapazen zu vermeiden.

Die Kara zählen etwa 3.000 Mitglieder. Sie leben vor allem von dem, was ihre Felder und Ziegen hergeben. humedica kam erstmals vor rund 10 Jahren im Rahmen eines Ärzteeinsatzes hierher und kümmert sich seitdem regelmäßig um die medizinische Versorgung der Menschen. 2017 wurde deshalb eine Gesundheitsstation eröffnet Sie ist seitdem Anlaufpunkt für die Kara, aber auch die anderen Stämme, die in der Region leben,

Wer krank ist, kann jetzt zur Gesundheitsstation gehen. Foto: humedica
Wer krank ist, kann jetzt zur Gesundheitsstation gehen. Foto: humedica

Früher halfen den Menschen Naturheiler, wenn sie krank waren. Das ist jetzt anders. Die Kara haben Vertrauen zu den Ärzten und Pflegern und kommen regelmäßig her. Sie haben „ihre“ Klinik angenommen. Verletzungen, Malaria, Pilz- und Wurmerkrankungen, aber auch Durchfall sind die häufigsten Gründe, warum die Menschen zur Gesundheitsstation kommen. Nun bedeuten sie kein Todesurteil mehr. Und auch chronische Erkrankungen werden behandelt.

Immer wieder fährt das lokale Team der Klinik auch hinaus in die umliegenden Dörfer oder zu den entlegenen Weilern, um die Menschen vor Ort zu behandeln. Während das medizinische Team am Ortsrand am Gesundheitsposten seine Behandlungsstation aufbaut, besucht die Hebamme die Schwangeren in ihren Hütten. Regelmäßig hört sie die Frauen ab und untersucht, ob alles in Ordnung ist. Die Gefahr, dass Mutter oder Kind bei der Geburt sterben, ist deshalb deutlich gesunken, seit es hier eine Hebamme und eine Gesundheitsstation mit Mutter-Kind-Haus gibt. Der Einsatz lohnt sich.

Mit Ihrer Spende für die Kara leisten Sie Ihren Beitrag für eine adäquate Gesundheitsversorgung für die Kara. Denn jeder hat das Recht auf einen Arzt – auch hier, irgendwo im Nirgendwo Äthiopiens.

Quelle: https://humedica.togis.com/berichte/2022/hilfe-fuer-das-volk-der-kara/index_ger.html