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Hilfe zur Selbsthilfe

Krankenhauspatenschaft auf Haiti - durch Ausbildung in die Selbstständigkeit

Hilfe zur Selbsthilfe

12.08.2019 Von Sebastian Zausch

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Regelmäßig wird das Land von der Cholera heimgesucht. Das Gesundheitssystem ist schwach. Den Krankenhäusern mangelt es an technischer Ausrüstung. Seit vielen Jahren unterstützt humedica das Hôpital Espoir in Port-au-Prince. Über die Jahre und eine Vielzahl gemeinsamer Projekte hat sich eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt.

humedicaund dasHôpital Espoirarbeiten schon lang und gern zusammen. Foto:humedica
humedicaund dasHôpital Espoirarbeiten schon lang und gern zusammen. Foto:humedica

Vermittelt von humedica brachte 2018 eine Krankenhauspatenschaft mit den Johannesbadkliniken nachhaltige Hilfe auf den Weg: die Weitergabe von Wissen als „Hilfe zur Selbsthilfe“. Finanziell wurde das Projekt unterstützt von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Ein Jahr lang schulten zehn ehrenamtliche medizinische Fachkräfte rund 100 einheimische Mitarbeiter des Krankenhauses in den Bereichen Wundmanagement, Orthopädie und der Anwendung von Antibiotika.

Bei der Schulung im Bereich Orthopädie lag der Schwerpunkt auf Physiotherapie. Foto:humedica
Bei der Schulung im Bereich Orthopädie lag der Schwerpunkt auf Physiotherapie. Foto:humedica

Eine Schulung widmete sich der Hygiene. „Hygiene ist gerade im Krankenhausalltag unverzichtbar. Sie ist elementar für den Schutz von Patienten und Personal, verhindert die Ausbreitung von Krankheiten und fördert eine reibungslose Wundheilung. Leider ist die Beachtung von Hygiene-Regeln noch nicht überall auf der Welt selbstverständlich.“ erklärt humedica -Projektleiterin Andrea Trautmann. Darauf aufmerksam macht auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich am Tag der Handhygiene. Im Hôpital Espoir veranschaulichte der „Hand Hygiene Celebration Day“, wie wichtig der Einsatz von Desinfektionsmittel ist. Dr. Selin Temizel, die schulende Ärztin, ist begeistert von der Resonanz: „Alle Mitarbeiter des Krankenhauses, von der Pflege über Labor, Küche, Administration bis hin zum Reinigungs- und Sicherheitsdienstes waren eingeladen, sich über den Nutzen und die richtige Durchführung von Händedesinfektion zu informieren. Sie konnten beispielsweise ihre Hände - vor und nach der Desinfektion- unter UV-Licht auf Bakterien und Keime überprüfen. Insgesamt kam die Aktion sehr gut an.“

Unter der UV-Lampe werden Krankheitserreger sichtbar. Foto:humedica
Unter der UV-Lampe werden Krankheitserreger sichtbar. Foto:humedica

Neben der gesteigerten Aufmerksamkeit für Hygiene erzielte unser Team auch wirtschaftliche Erfolge: durch einen effizienteren Einkauf der Hygienemittel kann das Hôpital Espoi r ab sofort erhebliche Kosten einsparen und seine wirtschaftliche Situation nachhaltig verbessern.

Im Programm „Train the Trainers“ wurden drei Mitarbeiter dazu ausgebildet, künftig die Umsetzung des Erlernten zu kontrollieren und weitere Schulungen abzuhalten. Dadurch soll das Krankenhaus langfristig unabhängig vom Einsatz ausländischer Fachkräfte werden.

Quelle: https://humedica.togis.com/berichte/2019/krankenhauspatenschaft-auf-haiti/index_ger.html