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Nach dem Erdbeben auf Haiti

humedica sorgt für Unterricht und Dach über dem Kopf

Nach dem Erdbeben auf Haiti

25.04.2022 Von Sebastian Zausch

Djoulie strahlt, als sie erzählt, dass sie endlich wieder zur Schule gehen kann. Die 12-Jährige möchte Krankenschwester werden. „Als ich nach dem Erdbeben gesehen habe, dass die Schule zerstört ist, hatte ich Angst, nie wieder dorthin gehen zu können“, sagt sie. Doch es kommt anders.

Das Haus von Djoulies Familie wurde beim Erdbeben zerstört.
Das Haus von Djoulies Familie wurde beim Erdbeben zerstört.

Die Situation in Haiti ist unübersichtlich, als am Morgen des 14. August 2021 die Erde bebt: Menschen rennen auf die Straße, Mauern und ganze Gebäude stürzen ein. Die Richterskala zeigt 7,2, das bedeutet eine enorme Zerstörungskraft. Der Karibikstaat gilt als der ärmste des amerikanischen Kontinents. Die politische Lage ist instabil, erst vor Kurzem war der Präsident des Landes ermordet worden. Die Folgen des schweren Erdbebens gut zehn Jahre zuvor sind noch überall zu spüren. Vieles liegt immer noch in Trümmern – unzählige Menschen leben in bitterer Armut – so wie die Familie von Djoulie.

Ihr Haus wurde durch die Erdstöße an diesem schicksalsträchtigen Samstag im August zerstört. Ein Wirbelsturm, der nur wenige Tage später über den Inselstaat fegte, vernichtete auch die Ernte der Familie. Sie stand nach dieser doppelten Katastrophe vor dem Nichts. Seitdem leben sie zu acht in der provisorischen Blechhütte ihrer Tante Simone. „Es ist sehr eng“, erzählt Djoulie.

Holz, Nägel und Wellblech schaffen ein Dach über dem Kopf

Dank der Unterstützung von Spendern und Förderern konnte humedica gemeinsam mit einer örtlichen Partnerorganisation Djoulie und ihrem Dorf eine Perspektive geben. Helfer schafften Holz, Wellblech und Nägel heran und verteilten sie. Gemeinsam bauten sie Hütten wieder auf und gaben Familien ein Dach über dem Kopf.

„Es sind die Kinder, die am meisten durch eine Katastrophe betroffen sind“, weiß humedica-Projektleiterin Vjollca Racaj und erklärt: „Eine komplett zerstörte Schule neu aufzubauen würde Jahre dauern, wenn es überhaupt gelingt. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, dafür zu sorgen, dass der Unterricht möglichst bald wieder aufgenommen werden kann. Das ist wichtig für ihre Zukunft.“

Kinder leiden am meisten nach Katastrophen

Das humedica-Einsatzteam, das unmittelbar nach der Katastrophe in Haiti erste medizinische Hilfe leistete, stellte deshalb bereits die Weichen für den schnellen Aufbau von provisorischen Schulen. „Hierbei setzen wir auf Leichtbauweise. Eine Holzkonstruktion, dazu Wellblech für das Dach. Wichtig ist, dass es nicht zu lange dauert, bis die Kinder wieder unterrichtet werden können“, führt Racaj aus.

Mit einer Holzkonstruktion konnte der Unterricht schnell wieder losgehen. Foto: humedica
Mit einer Holzkonstruktion konnte der Unterricht schnell wieder losgehen. Foto: humedica

Djoulie freut sich. „Ich dachte schon, ich könnte nie wieder zur Schule gehen und war sehr glücklich, als ich hörte, dass es doch weiter geht“, strahlt sie. „Zuerst hatten wir nachmittags im Kindergarten Unterricht, wenn die kleineren Kinder zu Hause waren. Seit die Schule von humedica fertig ist, können wir aber wieder ganztags zur Schule – so wie früher. Das ist sehr schön.“

„Wir danken unseren Spendern, dass sie diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben“, ist Racaj begeistert. „Unser Förderschwerpunkt Kinder und Bildung gibt Kindern wie Djoulie eine Perspektive. Besonders durch die regelmäßigen Spenden waren wir in der Lage, schnell und unkompliziert zu helfen. Deshalb werden Sie bitte humedica-Förderer.“

Quelle: https://humedica.togis.com/berichte/2022/nach-dem-erdbeben-auf-haiti/index_ger.html